Lehensbrief von Davos (Volltext)
Quelle: Handbuch der Bündner Geschichte, Chur 2000, Bd 4, Quellen und Materialien, Seite 46
Wir graff Hug von Werdenberg vnnd Johannes, Donat, Walter, vnser ohem von Vatz kündend allen denen, so diesen brieff sehend oder hörend lesen, das wir
(1.) Wilhelm dem ammen vnd seinen gesellen vnd jhren rechten erben verliehen hand das gut ze Davos ze rechten lehen als vnser ohem selige herr Walther von Vatz gesetzt hette zurn rechten zins, also dass sie jährliche verrichten sollend von demselbigen gute ze sant Gallen dult vierhundert vnd drey vnd siebentzig käse vnd zu s.Martins dult hundert vnd acht vnd sechtzig elen tuchs, vnd zu s. Görien dult sechs vnd funfftzig frischling oder die pfennig, die sie dafür gezinset, für den käse dry schilling Maylisch, für die elen duchs vier schillige Maylisch, für die frischling zwblff schilling Maylisch, welches sie aller gernest thund.
(2.) Dasselbig gut söllend sie ewigklich besitzen. Vnnd wenne sie ihren zins verrichtend, so sind sie frey vnd habend mit nieman nüdt ze schaffen.
(3.) Ist auch, dass vnsere ohmen oder ihr botten hinin farend, so sol man ihnen geben, was sie bedörffen ohne wyn vnd brot.
(4.) Einer, der den see inn hat, der zu demselben gut gehört, der sol verrichten dusent fisch an der alten faßnacht, wo här das nicht thund, so muss er je für das hundert geben ein pfundt Maylisch, vnd gehört auch der see nicht in das erblehen, deme wer ihn empfacht, dass ist vnser wille.
(5.) Vnd sol Wilhelm ammen sin, dieweil ers nicht verwürckt vmb sine gesellen, ist aber, dass er es verwürcket, so sol man einen andern nemmen in demselben thal auss seiner geselschafft.
(6.) Vnd sol man vor ihnen zu recht stahn aller schulden, ohne dieb vnd manschlacht, die sol man verrichten vor vnserem ohem von Vatz, vnnd was man vor dem amen nicht verrichten mag.
(7.) Wer in dem thal verschuldet, der sol auch darinnen richten.
(8.) Vnd wer in das thal kompt, der hat denselben schirm, den Wilhelm vnd sin gesellschafft haben mag.
(9.) Ist daß man derselben leuten in ein reiss bedarff, so sol man ihnen zu dem ersten huss, da sie kommind, ein mahl geben, dass vnser ohemen ist.
(10.) Vnd wer nicht gehorsam ist, dass hie geschrieben staht, der sol auss dem thal fahren.
(11.) Ist, das man den zinß jehrlich nicht verrichten wird, so sol man den amman, wer er ist, ein pfand nemmen an rindern, geissen vnd schafen.
Das alles das stett blibe vnnd gantze krafft der warheit habe, das hie geschrieben staht, so gebend wir vnser zwen insigel an diesem brieffe ze einem waren vrkund. Das geschach, da von gottes geburt warend dusent jahr, zweyhundert jahr, nüne vnd achtzig jahr, an dem achzehenden tag s. Bartholomei.












