Der Friede von Macugnaga/Saas Almagell 1291
Der Friede von Macugnaga /Saas Almagell 1291
Der Friedensvertrag von Saas-Almagell von 1291 (Vollversion) zeigt auf eindrückliche Art und Weise, was im Spätmittelalter am wichtigsten war: Sicherheit. In einer Zeit, in welcher der Handel über die Pässe blühte (sieh auch Gotthard/Simplon), brauchten die Händler Sicherheit vor Raubüberfällen.
So schlossen die Leute von Macugnaga und von Ancasca einerseits und diejenigen vom Saaser- und Mattertal andrerseits im Jahre 1291 einen Friedensvertrag. Im Wesentlichen ging es darum, Streitigkeiten nicht durch Gewalt auszutragen, sondern vor ein Schiedsgericht zu
bringen. Nach heutigem Sprachgebrauch würde man wohl sagen, es ging um ?Frieden durch Recht?.
Man vereinbarte, was man tun wollte und tun konnte, um Überfälle, Diebstähle, Brandschatzungen etc. zu verhindern. Neben den Grafen nahmen an diesen Verhandlungen auch Vertreter der Leute der Täler als gleichberechtigte Partner teil. Und sie erhielten ?oder sie erstritten sich- im gleichen Vertrag auch Zugeständnisse von diesen Grafen,Zugeständnisse, welche im Kern so etwas wie der Beginn von Selbstverwaltung war.
So gesehen, könnte man mit Fug und Recht behaupten, diese Friedensverträge oder Landfriedensbündnisse waren der Quell oder Ursprung der Selbstverwaltung in Walser- Gebieten.
Der Vertrag von Saas Almagell ist nicht etwa einmalig. In der Innerschweiz kennen wir zum Beispiel den berühmten Bundesvertrag zur Gründung der Eidgenossenschaft. Ähnliche Verträge wurden aber zum Beispiel auch abgeschlossen zwischen den Leuten vom Goms unddem Valle Antigorio (Friede von Binn, 1407).
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Volltext (Lateinisch)













