H
Haba, N. f.; Henkel, Griff, Zusammenzug aus halten ha und heben ba, vgl. auch die veralterte Form Hiena [Gr.103; IA I/1983, 35]
Hacktotz, N. m.; Hackklotz, Holzblock, auf dem z.B. Fleisch gehackt wird [Id. vgl. Metzgertotz, 13/2272]
Hächt, N. m.; 1. Hecht; 2. Kerl, Bursche; an tolle Hächt, ein toller Hecht [Id. 2/982]
Häder, N. m.; Kerl, Spitzbube, das ischt an gspässige Häder, das ist ein eigenartiger Kerl [Id. vgl. 2/983f.; IA, I/1982, 35], im Dim. wird aus dem Häderli ein Kosewort, der Damian ischt as (liebs) Häderli, Damian ist ein lieber Kerl.
Häfi, n; Nachtkrug
Haaggo, N. m; Haken, Fleischhaken [Id. 1/249; Gr 15]
Hafo, m; Hafen
Halblig, m; Hälbling,Holzlatte
haale, V. intr.; schräg stehen, der Böüm ischt ganz tschäbe, är haalot uff linggs; der Baum steht ganz schräg, er neigt sich schräg nach links; das transitive Verb dazu ist: heltu, schräg halten, schräg stellen [Id. 2/1180; IA, II/1980, 36]
Hälmi, N. n.; Name für einen bestimmten Kuhtypus bei der Simmentaler Rasse; der grundsätzlich weisse Kopf weist mehrere Flecken auf [IA, I/1982, 35]
hälu, Adj.; drückend warm, schwül; auch hälu waarum [IA, I/1982, 35]
Hals, N. m.; Hals. Ds Gietji ischt numme de bizalts, we mu in der Fura chnewwot bis zum Hals. Ein Gut ist erst dann bezahlt, wenn man in der Furche kniet bis zum Hals (SV, Sprichwort, 127). [Id. 2/1206]
Hamma, N. f; Hamme, Rohschinken [Id. 2/1269]
Hammer, N. m.; 1. Hammer, Werkzeug, für den Alltagsgebrauch benutzte man den einfachen Schlosserhammer in verschiedenen Grössen; 2. Schlagteil einer Maschine [Id. 2/1272], in Zss. als Bestimmungswort: Fleisch-; Fiir-, Feuer-; Holz-; Latt-, Dachhammer zum Latten; Schlag-; Schmitt-; Vorschlaghammer; als Grundwort: Hammerschmitta, Hammerschmiede; Hammerschlagg, Hammerschlag; Hammerstill, Hammerstiel; Redensarten: Hammer mässig; ausgezeichnet, sehr gut; dass ischt der Hammer, das ist sehr gut.
Hammerschmitta, N. f.; Hammerschmiede, mechanische Schmiede zur Massenanfertigung von Eisenprodukten z.B. Nägel [Id. 9/1032]
habru, V. tr.; habern, essen, von haberen, dem Pferd den Hafer geben [2/935] vgl. ässu, biissu, chnoschlu, frässu, fuudu, ischiebu
handlangu, V, intr.; helfen, zudienen, zur Hand gehen, Hilfsarbeit verrichten
handlu, V, tr.; 1. handeln; 2. die Kühe aufs Melken vorbereiten, das Euter und die Zitzen massieren, damit die Milch leichter fliesst [Id. 2/1401]
Hännustall, m; Hühnerstall
Hängert, N. m.; Gespräch, Plauderei [Id. 2/434; IA, II/1980, 36]
hängertu, V. intr.; plaudern, sich mit jemandem unterhalten; schii hockund vorr dum Hiischi und tient mitenandre hängertu, sie sitzen vor dem Haus und plaudern miteinander [Id. vgl. 2/435; IA, II/1980, 36]
Hangilla, N. f.; grossgewachsene, hagere Frauenperson [IA II/1979, 42]
Hant, N. f.; Hand; We mu de Liitu der chlei Finger git, wellunsch die ganzi Hant; gibt man den Leuten den kleinen Finger wollen sie die ganze Hand (SV, Sprichwort, 65) [Id. 2/1378]
Hantspraach, N. f.; Handsprache, Hantspraach redu, mit der Hand züchtigen, ohrfeigen (SV, Sprichwort, X)
Haar, N. n.; Haar, Kopfhaar; Haar und Schado waxunt alli Tago. Haar und Schaden wachsen alle Tage (SV, Sprichwort, 51). [Id. 2/1502]
Häärd, m; 1. Erde, Land,Humu; 2. Herd, Ofen
Häärdbodo, m; Fussboden aus gestampfter Erde
Häärpfil, Häärdepfil, m; Kartoffel, Erdapfel [Id. 1/379]
Häärdepfilbroot, n; Kartoffelbrot
Häärdepfilgrüeba, f; Kartoffelgrube
Häärdpfiiffi; 1. Pfeife aus Ton; 2. Brutröhre und Puppenhülle einer Wespenart [WB, 28.3.2011, S. 7]
hare, Partikel; Lockruf für Ziegen; hare, hare chumm [IAI/1973, 35]
Häärleischa, N. f.; Eidechse, vgl. auch Latüechji
Häärpfil, m; Kartoffel, Erdapfel[ Id. 1/379; IA I/1976,38]
Häärpfilgrüeba, f; Kartoffelgrube
Häärpfilmili, f; Kartoffelmühle
Häärpfilschnaps, m; Kartoffelschnaps
Häärpfiltola, f; Kartoffelgrube
Häärz, N. n.; 1. Herz; 2. Gefühl, Mitleid; är het keis Häärz, daa het är Häärz gizeigt, er hat kein Mitleid, da hat er Gefühl, Mitleid gezeigt. Chleini Chint trätte der Müeter uff du Rock, groossi uff ds Häärz. Kleine Kinder treten der Mutter auf den Rock, grosse aufs Herz (SV. Sprichwort, 60). D Hant am Pflüeg, ds Häärz bi Gott. Die Hand am Pflug, das Herz bei Gott (Gottvertrauen in all seinem Tun; SV, Sprichwort, 128). ... ds Häärz uff dum rächtu Fläck hat; ... das Herz auf dem rechten Fleck haben (gutmütig, liebenswürdig, charakterfest; SV. Sprichwort, X); ...ds Häärz uff der Zunga; das Herz auf der Zunge tragen (schwatzhaft, kommunikationsfreudig, SV, Sprichwort, X) [Id. 2/1672]
Häärzchammra, f; Herzkammer
häärzlos, Adj.; gefühlslos, hartherzig
Haschbrätt, n; Kastenbrett
häschju, V. intr.; hastend gehen, eine spezielle Art des Gehens, vermutlich davonhoppeln wie ein Hase; di Triina ischt ghäschjot und gigangu ooni zrugg zlotze, Trine hastete und zottelte davon ohne zurückzuschauen [IA, I/1982, 35]
Häschjer, N. m.; Trödler, Pfuscher, Mensch, der nicht zielgerichtet und speditiv arbeitet [IA, I/1982, 35] vgl. Nischiller
hässig, Adj.; 1. schnell, ich müess no hässig eppis erledigu, ich muss noch schnell etwas erledigen [IA II/1976, 36]; 2. heute auch hässig, gehässig
haat, Adj.; schnell, rasch; der Aato geit längeri haater, der Atem geht immer schneller [IA, II/1980, 36]
Häx, N. f; 1. Hexe 2. oberster Mann in der Reihe der "Howwer" [vgl. Id. 2/1825]
Hebi, N. f;Vorteig, Sauerteig [Id. 2/944; IA II/1976, 36]
Hebibroot, N. n; Sauerteig, Sauerteigbrot [Id. 5/961]
hebinu, V. tr.; netzen, Teig herstellen
Hebiteig,N. m; Sauerteig
Hebiisu, s; Hebeeisen, Hebeleisen
Heer, N. m. 1. Herr; 2. Pfarrherr, ich ga der Heer ga holu, ich gehe den Pfarrer holen [Id. 2/1522; IA II/1977, 41]
Hefi, f; Hefe
Hefibroot, n; Hefebrot, (im Ggs.zu Sauerteig)
Hefiteig, m; Hefeteig
Heido, N. m.; 1. Heide; 2. Bestimmungswort für eine uralte Sache, vgl. Heiduhüss, Heiduräbe, Heiduwii; 3. Name für eine Bewässungsleitung in Visperterminen (VS,CH) [Id. 2/985; IA II/1977, 40]
Heiduchriitz, N. n.; Heidenkreuz, senkrechter Giebelbalken bei sehr alten Häusern []
Heiduhüss, N. n.; Heidenhaus, altes Hau, mit stehendem Fistbalken [Id. 2/1711]
Heiduräbe, N. f, Sammelbegriff, Heidenreben, uralte Weinsorte aus Visperterminen (höchster Weinberg Europas) mehr
Heidustadol, N. m.; Heidenstadel, alter Stadel
Heidustuba, f; alte Stube, mit Gewölbe
Heiduwii, N. m.; Wein der Heidenrebe
heilu, .V. tr.; kastrieren, verschneiden [Id. 2/1145; IA I/1983, 35]
Heillaschtig, N. m.; Gummiband zum Kastrieren
Heilzanga, f.; Kastrierzange
Heimina, N. f.; Pflanze, Guter Heinrich, Chenopodium bonus Henricus, wurde als Suppengemüse gebraucht [IA I/1983, 35]
Heiminusuppa, N. f.; Suppe mit Gemüsebeilage aus der Pflanze Guter Heinrich
heiserrams, Adj.; heiser, äss het soo lang gibrielot, bis heiserrams gsii ischt; er/es hat so lange gebrüllt, bis er/es heiser war [Id. 2/1688]
heiter, Adj.; 1. heiter, hell, wolkenlos, das Tageslicht; 2. unvorhersehbar, überraschen, es kommt anderst als erwartet, vgl. dass cha ja heiter wäärdu, das kann ja heiter werden; an heiteri Sach, eine unangenehme, unvorsehbare Sache [Id. 2/1768; IA I/1983, 35]; heiter wird oft mit dem Nomen Tag zum Adjektiv heiterrutagsch, am helllichten Tag, verbunden: am heiterrutagsch sintsch in die Kapälle igibrochu, am helllichten Tage sind sie in die Kapelle eingeborchen
Heiteri, N. f.; Tageslicht, Helligkeit [Id. 2/1770; IA I/1983, 35]
heitru, V. intr.; aufhellen, aufklaren, vgl. auch üffheitru [Id. 2/1770; IA I/1983, 35]
Helgo, N. m.; Helgen, Bild, Heiligenbild; friejer heintsch d Helge immer schräg üffgheicht, früher hat man die Bilder immer schräg aufgehänkt [Id. 2/1199; IA, II/1980, 36]
Hell, f; 1. Hölle; 2. Feuerraum beim Kalkofen [ Id. 2/1136]
hellisch, Adj. 1. zur Hölle gehörend; 2. der Hölle, dem Höllenfeuer gleichen 3. teuflisch; 4. wohl die häufigste Verwendung, das Adjektiv verstärkend: sehr gross, sehr stark, das het hellisch wee gitan, das tat höllisch weh [Id. 2/1138; IA I/1977,40]
Helsi, N. f.; Schlag, Hieb, vgl. auch Butzi, Hilpi; dem han i an Helsi, an Butzi, an Hilpi la cho, dass er ertischlot ischt, dem habe ich einen Schlag gegeben, dass er ohnmächtig wurde [Gr. 105;IA I/1983, 35]
heltu, V. tr.; schräg halten, schräg richten; ich heltu der du Chibil, so dass chascht triichu, ich halte dir den Kübel schräg, so dass du daraus trinken kannst; das intransitive Verb dazu ist: haale, schräg stehen [Id. 2/1180; IA, II/1980, 36]
Heendi, N. f.; Hochmut [Gr. 104; IA I/1983, 35]
heent, Adj.; höhnisch, hochmütig, von oben herab, was ischt de das hiitu fer an heende Nool, was ist denn das heute für ein hochmütiger Geselle [Gr. 104; IA I/1983, 35]
Herrgotschtag, N. m.; Herrgottstag, Fronleichnahm [Id. 12/872]
Heww, n; Heu
Hewwrächo, m; Heurechen
Hewwschiir, f; Scheune, Heuraum
Hewwseili, n; Heuseil
Hewwstraffil, N. m.; Heuschrecke vgl. Straffil [Id. 11/2122] Walser Eigenwort
Hewwtiri, f; Scheunentüre
Hewwtüech, n; Heutuch, Futterschürze
Hick, N. m.; Einschnitt, Einkerbung, z.B. als Ohrzeichen bei den Schafen [Id. 2/1118; IA, I/1983, 36]
Hieli,Heeli, n; Hängekette am Kessiturm
Hiena, N. f.; beweglicher Henkel, Griff, heute verwendet man vermehrt den Begriff Haba [Id. 2/1363; IA I/1983, 35]
hiena, Adv.; diesseits, ich staat hiena vam Bach, ich stehe auf dieser Seite des Baches Ggs. daana, jenseits [Id. 2/1354; IA I/1983, 35]
Hienerleiber, N. m.; Alpenrosen, existiert nur im Plural; östlich Naters nennt man sie Jippi, westlich: Alpuroose, Hienerleiber, Leiber, Droosle und Ruscheling [IA, I/1983, 36]
Hirni, N. n.; Hirn, Sitz des Verstandes [Id. 2/1614]; Spatzuhirni, Spatzenhirn, oberflächlich, zerstreut
hirnu, V. intr.; denken, überlegen, studieren; ich hirnu Tag und Nacht dem Probleem naa, ich denke Tag und Nacht an dieses Problem
Hiischi, n; Haus, Gebäude
hischinu, V. intr.; wieherndes, stockendes, kicherndes, fast lautloses Lachen auf "i"; meist in der Verbindung: hischinu und lache, kichern und lachen [Gr. 108]
Hiisliner, m; Hausmist, Menschenkot
Hilpi, N. f.; Schlag, Hieb, vgl. auch Butzi, Helsi; dem han i an Helsi, an Butzi, an Hilpi la cho, dass er ertischlot ischt, dem habe ich einen Schlag gegeben, dass er ohnmächtig wurde [Gr. 105;IA I/1983, 35]
hilpinu, V. intr.; hinken [Gr. 107]
Hiltscha, f; 1. Pelle, Haut, du chascht doch d Wursch nit zamt der Hiltscha ässu, du kannst doch die Wurst nich mitsamt der Haut essen; 2. Hülse, Schale von Baumfrüchten, auch die grüne Schale von Baumnüsse = Pilletsch [Id. 2/1215; IA, I/1982, 35]
Himbertscha, N. f.; alte Walliser Weissweinrebsorte, [IA, I/1983, 36] mehr
Himmil, m; Himmel, Gewölbe
Hinderhüss, n; Küche
Hindertiri, f; Hintertüre
hinfera, Adv.; hinfort, von nun an, zukünftig, fortan; hinfera seischt mer de, wat geischt, fortan sagst du mir, wohin du gehst [IA II/1979, 42]
hinnerlischtig, Adj.: hinterlistig; im ischt nit z truwwu, äär ischt an hinnerlischtige Kärli, ihm ist nicht zu trauen, er ist ein hinterlistiger Kerl; Synonyma: abgschlipfts, abgfeimts [Id. 3/1474; IA II/1979, 42]
hirme, V. intr.; ausruhen. kurze Rast machen; Ghirmet ischt öü Gschafft. Ausruhen ist auch Arbeit (SV. Sprichwort,129) [Id. 2/1608]
Hirt, m; Hirt
hirtu, V. tr.; hirten, das Vieh versorgen, das Vieh füttern; zu den drei Grundtätigkeiten mit dem Vieh gehörte: hietu, hüten; mälchu, melken, und hirtu, hirten, im Stall zu fressen geben [Id. 2/1650]
Hirterforscher, N. n; Heuschürze mit der das Heu zum Hirtu aus der Scheune geholt wurde [Id. vgl. Vorschooss 8/1461]
Hirsi, N. n.; zerstreuter, vergesslicher Mensch, Narr, nicht bösartig gemeint, welis Hirsi, welch eine zerstreute Person, welcher Narr [IA, I/1982, 36]
Hitta, f; Hütte
hitzu, V. intr.; hitzen, von der Hitze Schutz suchen; vor allem auf das Verhalten der Schafe bezogen; die Schafe drängen sich zusammen, um sich gegenseitig Schatten zu spenden und sich vor der Hitze zu schützen [Id. 2/1834; IA, I/1982, 36]
Hoochalpa, f; Hochalpe
Hobilchees, m; Hobelkäse
Hocker, N. m.; Hocker
hocku, V. intr.; sitzen, hocken; tr. auch jmd laa hocku, sitzen lassen [Id. 2/1162]
Holetsch, N. m.; hohler Baumstamm, Baumstrunk, Wurzelstock; fer di Chrippa hei wier immer an Holetsch gnu, als Krippe nahmen wir immer einen ausgehöhlten Wurzelstock [Id. vgl Hol 2/1155; IA, I/1982, S. 36]
Holig, N. m; Hohlbaum, vgl. Holetsch
Holz, n; Holz
Holunderschnaps, m; Holunderschnaps
Holzbodo, m; Fussboden aus Holz
Holzchänil, N. m.; Holzkännel, Bauteil einer Bewässerungsleitung in steilem Gelände [Id. vgl. Chänel 3/310]
Holzhüss, n; Holzhaus (Baumaterial)
Holzofo, m; Holzofen, Küchenofen
Holzplatta, f; Holzplatte
Holztiri, f; Holztüre
Holzwäärch, n; Holzwerk,Holzteil eines Hauses
Holzwant, f;Wand
Hopschil, N. m.; Frosch, der Übername der Rarner "Hopschla" geht auf das einst sumpfige Umland zurück [Id. 2/1495]
Hoornig; N. m.; Monatsname Februar [Id. 2/1628]
höörnlinu, V. intr.; zusammengekuschelt (wie ein Hörnli = Teigware) schlafen; vgl. auch: schlaafu, liggu, liwwe, neitu, tosu, inicku
Hörnli, N. n.; Dim. von Horn, kurze gekrümmte Teigware
Hooru, N. n.; 1. Horn auf dem Kopf der Tiere, Geweih; ... dass ischt dum Tiifil aü de Hooru kchiit; ... der ist dem Teufel von den Hörner gefallen (SV. Sprichwort, XV); 2. Musikinsturment; 3. Berg [Id. 2/1615]
Hotz, N. m.; vor allem im Pl. Hotza, kleinwüchsiger, untersetzter Mensch, d Eggerbäärger sind nummu so Hotza, die Leute von Eggerberg (VS, CH) sind kleinwüchsige, untersetzte Menschen [IA I/1982, S. 36]
Hotzete, N. Pl., Hotzeta, f.; ineinander verfilztes Haar oder Wolle; dur dii Hotzete chunt mu ja mit dum Streel nit dur, diese Verfilzung lässt sich fast nicht durchkämmen [IA I/1982, S. 36]
Hotzwolla, N. f.; Abfallwolle, kurze Stücke ineinander verfilzt, vgl. Hotzete [IA I/1982, S. 36]
höüru, V. intr.; rufen, schreien, vgl. briele; ich ha der ghöürot was i mägu ha, aber du hescht mi nit gcheert, ich habe dich gerufen, so laut ich konnte, aber du hast mich nicht gehört [Id. 2/1519; IA, I/1976, 39]
Höüt, N. n.; Haupt; eigentlich einer hohen Stilebene entspringend, wir dieses Wort im Walliserdialekt auch in der Alltagsprache gebraucht, z.B. Höütchleid, Höüttüech, Kopftuch beim Burdinu, Heut tragen [Id. 2/1495; IA I/1982, S. 36]
Höütchleid, N. n.; Kopfbedeckung, vgl. Höüt [Id.3/623; IA I/1982, S. 36]
Höüttüech, N. n.; Kopftuch, Kopfschutz beim Heu tragen, vgl. Höüt; diese Begriff wird nicht für das Kopftuch der Frauen verwendet, dieses heisst Lumpo oder Chopflumpo [Id. 12/294; IA I/1982, S. 36]
Höütschüüla, N. f.; Totenschädel [Id. 8/601; IA I/1982, S. 36]
Howwer, N. m; Hauer, Arbeiter, der mit der Breithaue den Boden für die Saat umbricht [vgl. Id. 2/1801]
howwu, V. tr; hauen, mit der Breithaue den Acker umbrechen [Id. 2/1804]
Hüebschmitt, N. m.; Hufschmied [Id. 9/859]
Hubil, N. m.; 1. Hügel, Kuppe landsch.: 2. Geschwulst [Id. 2/948]
Hudil, N. m.; 1. Lappen, Stofffetzen, 2. miderwertiges Kleid, aber auch abschätzig für modische Kleidung, die nicht dem persönlichen Geschmak entsprechen: lüeg ammal mit wettige Hudla das wider umenandrelöüft, schaum mal, mit welchen Kleider das wieder herumräuft [Id. 2/995; IA II/1977, 40]
hudlu, V. intr. zechen, festen, lasterhaft leben [vgl. verhudlen, Id. 2/1001]
Hudol, N. m.; auch Hudler, N. m.; haltloser Mensch, Mann, Festbruder, Säufer [Id. 2/997; IA II/1977, 40]
Hunduhüss, n; Hundehütte
Huft, N. f.; Huft, Hüftknochen, Seite [Id. 2/1052]
Hunig, N. m.; Honig, Bienenhonig [2/1367]
Hurscha, N. f.; Substantivierung von hurschu, Pfuscherin [IA I/1982, S. 36]
hurschu, V. intr.; schnell und oberflächlich arbeiten, pfuschen [IA I/1982, S. 36]
huschschu, V. intr.; huschen, vorbeischleichen
Hüss, n; Haus, Gebäude
Hüssbuww, m; Hausbau,Hausmist, Menschenkot
Hüssfroww, N. f.; Hausfrau; An era güetu Hüssfroww chalbjot der Späck im Spiicher. Einer guten Hausfrau kalbert der Speck im Speicher. (SV, Sprichwort, 56). Einer wirtschaftlichen, sparsamen Frau scheinen sich die Vorräte zu vermehren.[Id. 1/1246]
Hüssgäärtji, n; Hausgarten
Hüssgang, m; Hausgang
Hüssmäll, n; Hausmehl,Mehr für den Hausgebrauch
Hüsstiri, f; Haustüre
Hüsswant, f; Hauswand
Hüsswurscht, f; Hauswurst
hutschillu, V. intr.; flattieren, liebevoll überreden, der Peeter het dr Chüe ghutschillot, biss de äntlich cho ischt, Peter hat die Kuh gelockt, bis sie endlich gekommen ist [IA I/1982, S. 36]
hutzig, Adj.; unfreundlich, kurz angebunden; ds Chind git hutzigi Antworte, das Kind antwortet unfreundlich [IA I/1982, S. 36]












